Deportationen

„Transport“ ist das Wort, das am klarsten das Schicksal derjenigen symbolisiert, die in das grauenvolle Räderwerk der „Endlösung der Judenfrage“ gerieten. Der Erhalt eines Transportbefehls nach Theresienstadt bedeutete das definitive Ende aller Verbindungen mit dem bisherigen Leben und den unheilverkündenden Beginn einer Reise ins Ungewisse.

Nachdem sich die Illusionen über Theresienstadt als einen Ort, an dem es möglich sein würde, den Krieg zu überleben, schnell zerschlagen hatten, breitete sic hunter allen Häftlingen schnell die Angst vor einer Einreihung in einen Transport „in den Osten“ aus. Diese Angst wurde zum Ursprung einer anhaltenden Spannung und wachsendem Horror bei jeder Ankündigung eines weiteren Transports. Die Tatsache, dass die SS für jeden Transport eine Anzahl von Menschen vorgab, die deportiert werden würden, die „Jüdische Selbstverwaltung“ jedoch diejenigen bestimmen musste, die tatsächlich in den Transport eingereiht wurden, wurde zum Ursprung ununterbrochener Konflikte, moralischer Traumata und auch zum Nährboden für Korruption. Dabei war grundsätzlich jeder Häftling in Theresienstadt für die weitere Deportation bestimmt und nur das Kriegsende konnte für diejenigen die Befreiung bringen, die sie in THeresienstadt erlebten.

Seit dem 26. Oktober 1942 hatten alle Transporte „in den Osten“ nur noch ein einziges Ziel: Auschwitz II – Birkenau. In das dortige Vernichtungslager ging die Hälfte der 63 Transporte, die aus Theresienstadt abfuhren. So erhielt Theresienstadt den Beinamen „Wartehalle für Auschwitz“. Vom 1. Juni 1943 an nutzten alle ankommenden wie abfahrenden Transporte die Gleise, die Theresienstadt mit dem Bahnhof im nahegelegenen Bohušovice nad Ohří verbanden. Das erschütternde Bild der ankommenden und abfahrenden Deportationszüge, das sich tief in das Gedächtnis aller Häftlinge eingrub, blieb so vor den Augen der Bewohner der umliegenden Ortschaften verborgen.

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Charlotta Burešová: Transport

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