Auschwitz
Auschwitz war das größte Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis.
Am
Ein Symbol des rücksichtslosen Missbrauchs der Häftlinge waren die medizinischen Experimente, die Nazi-Ärzte wie der berüchtigte Josef Mengele an ihnen durchführten. Diese Ärzte experimentierten mit der Sterilisation jüdischer Frauen und führten auch Experimente an Kindern, insbesondere an Zwillingen, durch.
Im März 1941 ließ Himmler einen zweiten großen Komplex neben dem ursprünglichen Lager erbauen. Es wurde Auschwitz II – Birkenau genannt. Das Lager in Birkenau war in drei Bereiche eingeteilt, die von elektrischen Zäunen und Stacheldraht umgeben waren. 1943 und 1944 befand sich in der Bllb-Sektion das Theresienstädter Familienlager. Die Höchstbelegung von Birkenau lag bei mehr als 100 000 Häftlingen. Im März 1942 wurde das Lager Auschwitz III im nahegelegenen Monowitz, auch bekannt als Buna Monowitz, erbaut. Das deutsche Unternehmen I.G. Farben errichtete dort eine synthetische Gummifabrik und nutzte dafür die Zwangsarbeit der Häftlinge. Auschwitz verwaltete desweiteren 45 Arbeitslager, wo die Häftlinge zu Zwangsarbeit, meist für deutsche Unternehmen, gezwungen wurden.
Auschwitz wurde eines der Lager zur Massenvernichtung der Juden. Im Sommer 1941 gab Himmler dem Auschwitzer Lagerkommandanten Rudolf Höß den Befehl ein Zentrum für den Massenmord an Juden einzurichten. Im September 1941 wurden dort die tödlichen Auswirkungen von Zyklon B, das normalerweise zur Schädlingsbekämpfung benutzt wurde, erstmals getestet und bestätigt. Später wurden in Birkenau vier Gaskammern, die bis zu 6 000 Menschen täglich töten konnten, installiert. Die Gaskammern waren als Duschen getarnt, um den Häftlingen den Anschein zu verleihen, dass dies Desinfizierungsmaßnahmen sind, die sie durchlaufen müssten, bevor sie ins Lager zugelassen werden.
Ab Ende März 1942 kamen zahllose Transporte mit jüdischen Häftlingen aus den von den Nazis kontrollierten Ländern. Juden aus der Slowakei und Frankreich wurden als Erste deportiert, gefolgt von den niederländischen Juden im Juli 1942 und ab August Juden aus Belgien und Jugoslawien. Zwischen Oktober 1942 und Oktober 1944 wurden mehr als 46 000 Häftlinge aus Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Einige von ihnen wurden temporär im Theresienstädter Familienlager untergebracht. Im Laufe des Jahres 1943 wurden Transporte aus ganz Deutschland und den Ländern in der Machtsphäre der Nazis nach Auschwitz geschickt. Die Opfer der letzten großen Deportationswelle waren die ungarischen Juden, die zwischen Mai und Juli 1944 nach Auschwitz deportiert wurden.
Auf Grundlage eines Befehls, der am
Nach der Ankunft eines Transportes bei der Rampe in Birkenau fand der Selektionsprozess statt. SS-Offiziere entschieden, wer zur Arbeit eingesetzt werden würde und wer direkt in die Gaskammern geschickt wird. Oft war es vom Zufall oder der Laune des SS-Offiziers abhängig, ob jemand sofort sterben würde, oder aufs Überleben hoffen konnte. Die Häftlinge, die man für Zwangsarbeit auswählte, wurden in eines der vielen Auschwitzer Arbeitslager oder in ein anderes KZ geschickt. Deren Ziel war Vernichtung durch Arbeit.
Die Häftlinge leisteten der Tyrannei im Lager auf verschiedene Weise Widerstand. Widerstandsgruppen halfen Insassen bei der Beschaffung von Essen und Medizin, dokumentierten die Verbrechen der Nazis, unterstützten Sabotage- und Fluchtversuche, versuchten politischen Häftlingen wichtige Positionen zu verschaffen und bereiteten sich für einen Aufstand vor. Insgesamt gelang 667 Personen die Flucht aus Auschwitz. Davon wurden 270 jedoch in der Nähe des Lagers gefasst und sofort exekutiert. Die bekanntesten Flüchtlinge sind die zwei slowakischen Juden Alfred Wetzler und Walter Rosenberg (Rudolf Vrba) (Text auf Tschechisch). Sie schafften es in die Slowakei zu gelangen und den jüdischen Führungspersonen und durch sie der ganzen Welt von den Gräueln in Auschwitz zu berichten. Darüber schrieben sie auch einen umfangreichen Bericht. Am 7. Oktober 1944 gab es einen Aufstand des Sonderkommandos, das in den Gaskammern arbeitete. Es gelang den Häftlingen eine der Gaskammern zu zerstören und dadurch den Vernichtungsprozess zu behindern. Alle Rebellen starben. Auch eine Gruppe junger weiblicher Häftlinge wurde exekutiert, weil sie aus der Fabrik in Monowitz Schießpulver zu den Aufständischen geschmuggelt hatten.
Kurz darauf wurden die Gaskammern und Krematorien auf Befehl Himmlers zerstört, da das Regime die Spuren seiner Mordmaschinerie vor der vorrückenden Roten Armee verbergen wollte. Als sich im Jänner 1945 sowjetische Truppen dem Lager näherten (Text auf Tschechisch), wurde es schnell evakuiert und 58 000 Häftlinge wurden auf einen Todesmarsch geschickt, während dessen die meisten starben. Am 27. Jänner 1945 betrat die Rote Armee das Lager. Sie fanden 7 650 erschöpfte und hungernde Häftlinge sowie ein paar Beweisstücke der Verbrechen, welche die Nazis nicht rechtzeitig zerstören hatten können, vor. In den Lagerspeichern entdeckten sie fast acht Tonnen menschlichen Haares und mehr als eine Million Männeranzüge und Frauenkleider.

Foto von Kinderhäftlingen nach der Befreiung Auschwitz'. (Foto: Weißrussisches Staatsarchiv für Dokumentationsfilm und Fotografie, mit Genehmigung des USHMM.)
Zahlreichen Schätzungen zufolge verloren in Auschwitz zwischen 1.2 und 1.6 Millionen Menschen ihr Leben. Auschwitz wurde zum Symbol für die nazistische Endlösung der jüdischen Frage, ein Symbol der nazistischen Unmenschlichkeit und des Genozids.
Nach dem Krieg wurden viele, die in Auschwitz Verbrechen begangen hatten, in Polen und Westdeutschland vor Gericht gestellt. Im Jahre 1947 wurde der Auschwitzer Lagerkommandant Rudolf Höß zum Tode verurteilt und exekutiert. Weitere 22 Deutsche wurden zwischen 1963 und 1966 in Frankfurt für Verbrechen in Auschwitz verurteilt.
Die Ausstellung der Tschechischen Republik in Auschwitz. (Auf Tschechisch)
Zeugenaussage von Hr. Toman Brod, geb. 1929. (Auf Tschechisch)
Zeugenaussage von Fr. Věra L., geb. 1923. (Auf Tschechisch)
Zeugenaussage von Fr. Katarína G., geb. 1922. (Auf Tschechisch)
Zeugenaussage von Fr. Vilma A., geb. 1903, und ihrer Tocher Edita J., geb. 1927, und Věra Š, geb. 1928. (Auf Tschechisch)
Zeugenaussage von Hr. Artur R., geb. 1921. (Auf Tschechisch)
Siehe auch:
Auschwitz-Birkenau Memorial Museum. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau. Allgemeine Informationen über Auschwitz, Geschichte. Informationen über die Tätigkeiten des Museums, Bulletin.. Beschreibung von Museumsausstellungen. Vom Museum herausgegeben. Polnisch, Englisch.
Karte der Eisenbahnverbindungen nach Auschwitz.. Eine Karte, welche die Zugverbindungen zeigt, die Leute nach Auschwitz transportierten. (Aus: Ein Ratgeber zum Holocaust für Lehrer.)
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Ota KRAUS, Erich SCHÖN: Továrna na smrt (Die Todesfabrik). Čin: Praha 1946.
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Erich KULKA: Soudcové, žalobci, obhájci. Proces s osvětimskými zločinci (Richter, Verhandlung, Verteidigung. Das Verfahren der Verbrecher von Auschwitz). Svoboda: Praha 1966.
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Franciszek PIPER, Teresa ŚWIEBOCKA: Auschwitz. Todeslager der Nazis. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau: Oświęcim 1996.
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Rudolf VRBA: Utekl jsem z Osvětimi (Ich entkam Auschwitz). Sefer: Praha 1998.
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Toman BROD, Miroslav KÁRNÝ, Margita KÁRNÁ: Terezínský rodinný tábor v Osvětimi-Birkenau (Das Theresienstädter Familienlager in Auschwitz-Birkenau). Terezínská iniciativa - Melantrich: Praha 1994.
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Danuta CZECH: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945 . Rowohlt: Reinbek 1989.


