Der Untergang des Dritten Reiches

Ende 1944/Anfang 1945 war die militärische Kraft der Nazis am Schwinden und ihre Truppen wurden an allen Fronten zum Rückzug gezwungen. Auch wenn bereits feststand, dass Nazi-Deutschland den Krieg verlieren würde, starben in den Konzentrationslagern noch immer Tausende Gefangene. Die monströse Maschinerie der Endlösung blieb bis zu allerletzt intakt, obwohl das umfangreiche KZ-System bereits am Zusammenbrechen war. Die Nazis waren bereits damit beschäftigt ihre Spuren zu verwischen. Im Jahre 1943 beseitigten sie die Beweise des Massenmordes in der Operation Reinhard in Treblinka, Sobibor, Belzec und Majdanek. Im Oktober 1944 wurden auf Anweisung Himmlers die Beweise für die Morde in Auschwitz zerstört und die Gaskammern in die Luft gejagt. Auschwitz wurde am 27. Jänner 1945 von der Roten Armee befreit.

Das traurigste Kapitel des Kriegsendes waren die sogenannten Todesmärsche aus den Konzentrationslagern, die vor dem Eintreffen der alliierten Einheiten aufbrachen. Die Nazis wollten nicht, dass die KZ-Häftlinge von den vorrückenden Alliierten befreit werden. Die Todesmärsche fanden ab dem Sommer 1944 bis zum Ende des Deutschen Reiches im Mai 1945 statt. Häftlinge wurden dazu gezwungen unter unmenschlichen Bedingungen, bei eisiger Kälte und mit mangelhafter Kleidung und Nahrung große Strecken zu anderen Lagern zurückzulegen. Viele von ihnen wurden unterwegs von den SS-Aufsehern ermordet. Einige wurden auch in überfüllten Zügen ohne Essen und Wasser evakuiert.

Der Dachauer Todesmarsch, 29. April 1945. (Foto: KZ-Gedenkstätte Dachau, mit Genehmigung des USHMM Photo Archives.)

Am 8. November 1944 brach ein Todesmarsch in Budapest auf. Während des monatelangen Marsches wurden 76 000 Juden in die Richtung der österreichischen Grenze geschickt. Tausende wurden auf dem Weg dorthin erschossen, oder starben an Krankheiten oder Unterkühlung. An der österreichischen Grenze wurden sie von der SS übernommen und zu verschiedenen KZs, vor allem Mauthausen, geschickt. Am 18. Jänner 1945 brachen mehrere Todesmärsche aus dem evakuierten Auschwitz auf. 66 000 Häftlinge mussten nach Wodzisław marschieren, wo sie auf Lastwägen verladen und in andere Lager, darunter Groß-Rosen, Buchenwald, Dachau und Mauthausen, gebracht wurden. Mindestens 15 000 Häftlinge starben bei diesem Marsch. Auch bei den anderen großen Konzentrationslagern, wie Stuffhof, Groß-Rosen, Buchenwald und deren Arbeitslagern, gab es extrem grausame Todesmärsche. Es wird geschätzt, dass Mitte März 1945 noch mehr als 700 000 Menschen in den KZs inhaftiert waren, darunter 200 000 Frauen. Ca. 15 000 erschöpfte Häftlinge wurden im April und Mai nach Theresienstadt getrieben. Dies war jedoch nur ein kleiner Teil derjenigen, die auf Todesmärsche geschickt worden waren. Die meisten von ihnen kamen aus Flossenbürg, Buchenwald und deren Arbeitslagern. In Rehmsdorf, einem Arbeitslager von Buchenwald, wurden zum Beispiel noch am 13. April 1945 4 340 Juden auf einen Todesmarsch Richtung Theresienstadt geschickt. Nur 500 schafften es auch dorthin.

Die Todesmärsche fanden wortwörtlich bis zum letzten Augenblick des Deutschen Reiches statt. Ungefähr eine viertel Million Häftlinge wurden bei diesen Märschen ermordet, oder starben an den unerträglichen Bedingungen von Hunger, Kälte und Krankheit.

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