Der Beginn des Massenmordes

Am 22. Juni 1941initiierten deutsche Truppen die Operation Barbarossa, Deutschlands Angriff auf die Sowjetunion. Vom Standpunkt der Nazis aus war dies kein gewöhnlicher militärischer Konflikt, sondern ein Kampf gegen den ideologischen und rassischen Hauptgegner der Deutschen Nation. Seit den 20er Jahren sahen die Nazis den Bolschewismus als die größte Gefahr für die europäische Gesellschaft an und behaupteten, dass das Sowjet-Regime nur als Tarnung für eine jüdische Verschwörung diente, die es darauf absah alle anderen Nationen zu beherrschen. Als die Nazis ins Innere der Sowjetunion vorstießen, erlangten sie Kontrolle über die zahlreichen jüdischen Gemeinden, die sich vom Baltikum, über Weißrussland und die Ukraine bis hin zum Schwarzen Meer erstreckten.

Den Schluss der Deutschen Wehrmacht bildeten vier Einsatzgruppen (Text auf Tschechisch) - Spezialeinheiten deren Aufgabe der Kampf gegen die ideologischen Gegner war. Sie mussten kommunistische Funktionäre, Juden mit Staats- oder Parteifunktion und andere radikale Elemente eliminieren. In Wirklichkeit jedoch bestand ihre Hauptaufgabe darin, die jüdischen Gemeinden zu massakrieren. Am Anfang wurden nur jüdische Männer umgebracht, bald jedoch auch Frauen und Kinder. Das größte Massaker war die Exekution von mehr als 30 000 Juden aus Kiev in Babi Yar, Ende September 1941. Es wird geschätzt, dass diese Einheiten mithilfe von örtlichen Milizen und durch Koordinierung mit der Armee ca. 1.25 Millionen Juden, sowie Hunderttausende andere Sowjetbürger ermordet haben.

Einsatzgruppen exekutieren Juden in der Ukraine, 1942. (Foto: mit Genehmigung des USHMM Photo Archives.)

Ab der Invasion der Sowjetunion sollte die genozidäre Vorgehensweise, die in den besetzten sowjetischen Gebieten angewandt wurde, auf alle Juden in der Machtsphäre der Nazis ausgedehnt werden. Die Entscheidung die europäischen Juden zu ermorden wurde spätestens bis Frühling 1941 getroffen. Himmlers SS hatte jedoch ein doppeltes Problem: erstens musste man herausfinden wie man sie am besten und effektivsten ermorden kann und zweitens, wie man sie an den Ort ihres Todes bringt.

Auf der Suche nach der effektivsten Tötungsweise, welche die Mörder nicht so sehr belasten würde wie die Massenerschießungen, welche die Einsatzgruppen ausführten, experimentierten die Nazis herum. Im November 1941 waren es dann die Einsatzgruppen, die eine neue Vernichtungsmethode anwandten - mobile Gaskammern, in denen die Opfer an den Abgasen starben. Ab Dezember 1941 wurden diese tödlichen Gefährte in Chelmno eingesetzt. Insgesamt wurden 20 mobile Gaskammern hergestellt.

Im Jahre 1942 wurden die bereits bestehenden KZs und Arbeitslager im Generalgouvernement in Vernichtungslager umgewandelt, deren Aufgabe es war die größtmögliche Zahl an Opfern so effektiv wie möglich zu ermorden. Vergasung, wie man sie schon im Euthanasieprogramm angewandt hatte, wurde von den Nazis nun als passendste Methode zur Ermordung von Millionen von Menschen angesehen. Ab 1942 wurden Vernichtungslager mit permanenten Gaskammern errichtet. Einige des Personals, die schon im Euthanasieprogramm Erfahrung gesammelt hatten, wurden nun in die Vernichtungslager zur Ermordung von Juden geschickt, wo sie die Gaskammern aufstellten. Im Februar wurden sie in Bełzec, im Mai in Sobibor und im Juli in Treblinka und im September 1942 in Majdanek eingerichtet. Die Gaskammern waren normalerweise als Duschen getarnt und verwendeten Abgase zum Töten. Der Name der ganzen Operation war Reinhard, benannt nach Reinhard Heydrich, der am 27. Mai 1942 in Prag von tschechoslowakischen Fallschirmspringern ermordet worden war. Erst gegen Ende 1943 wurden die Vernichtungslager in Bełzec, Sobibor und Treblinka geschlossen. Im Laufe ihres Betriebs wurden dort mehr als 1.7 Millionen Juden ermordet.

Das wichtigste Lager für diesen Prozess war Auschwitz, wo zwischen März und Juni 1943 vier neue Gaskammern gebaut wurden. Diese verwendeten Zyklon B zum Morden. Die neuen Gaskammern wurden in Auschwitz-Birkenau, nahe dem ursprünglichen Lager installiert. Transporte aus ganz Europa trafen in Auschwitz ein. Nach der Ankunft im Lager durchliefen die meisten Transporte die Selektion, bei der die SS ein paar Häftlinge für die Zwangsarbeit aussuchte, während die anderen sofort in die Gaskammern geschickt wurden. Diejenigen, die nicht sofort ermordet wurden, sollten jedoch auch nicht verschont bleiben. Sie sollten durch Arbeit vernichtet werden. Diese Häftlinge, die auf die Auschwitzer Arbeitslager und andere verteilt waren, mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, was meist zu ihrem Tod führte.

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