Der Tod und die Begräbnisse

Schon bei der Gründung des Theresienstädter Ghettos legten die Nazis als eine Grundfunktionen die Dezimierung der gefangenen Juden fest. Auch wenn sich die auf dieses Ziel gerichteten Methoden in mancher Hinsicht von denjenigen unterschieden, die in den Vernichtungslagern genutzt wurden, kamen im Ghetto infolge psychischen Drucks sowie physischen Krankheiten insgesamt 33 430 Menschen um. Das bedeutete fast ein Viertel aller Häftlinge, die durch Theresienstadt hindurchgingen, wobei in diese Zahl die Opfer der sog. Evakuierungstransporte, die zwischen dem 20. April und 6. Mai 1945 nach Theresienstadt kamen, nicht miteinbezogen werden.

Nachdem das gesamte Stadtgebiet zum Ghetto erklärt wurde, entstand in einem Teil der Theresienstädter Festungskasematten eine zentrale Leichenhalle, wo die Toten gesammelt und zur Bestattung vorbereitet wurden. In den Nebenteilen der Kasematten entstanden zwei sog. Zeremonienräume, wo einfache Versammlungen zur Abschiednahme von den Verstorbenen stattfanden. Es handelte sich um Sammelzeremonien, die zur Zeit der höchsten Sterblichkeit auch mehrmals täglich stattfanden. Es nahmen Familienmitglieder, Angehörige und Bekannte der Verstorbenen teil, die hier beten und die letzte Ehre erweisen durften. Einer der Räume wurde den Zeremonien im jüdischen Ritus gewidmet, der andere war für christliche Zeremonien reserviert, denn nach Theresienstadt wurden auch viele Christen deportiert, die jedoch gemäß der Klassifikation der Nürnberger Gesetze für Juden gehalten wurden.

Auf dem Friedhof außerhalb der Stadt wurden die Toten anfangs in einzel-, später in Massengräbern bestattet. Die steigende Sterblichkeit verlangte jedoch den beschleunigten Bau eines Krematoriums, das im Oktober 1942 seinen Vollbetrieb aufnahm. Die Urnen mit Asche wurden in dem den Häftlingen nicht zugänglichen Kolumbarium aufbewahrt, das in einem anderen Teil der Festungskasematten gegenüber der zentralen Leichenhalle errichtet wurde. Als sich das Kriegsende näherte, bemühten sich die Nazis jegliche Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen. Die Asche von vielen Tausenden ihrer Opfer musste deswegen verschwinden - zum Teil wurde sie in den Fluss Ohře (Eger) nicht weit vom Ghetto ausgeschüttet, zum Teil in einer Grube in der Nähe des Konzentrationslagers in der nahegelegenen Stadt Litoměřice (Leitmeritz) vergraben.

Otto Ungar: Begräbnis
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